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Ratgeber

Einkochen in der Mikrowelle: geht das?

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Die Mikrowelle steht in fast jeder Küche und erhitzt schnell. Da liegt die Idee nahe, auch Gläser darin einzukochen. Im Netz finden sich dazu verschiedene Tipps. Diese Seite erklärt, warum Einkochen in der Mikrowelle nicht zuverlässig funktioniert, was dabei schiefgehen kann, wofür die Mikrowelle beim Einmachen trotzdem nützlich ist und welche Methoden sich als Alternative eignen.

Was Einkochen eigentlich erfordert

Beim Einkochen wird das verschlossene Glas so lange auf einer bestimmten Temperatur gehalten, bis das gesamte Füllgut sicher erhitzt ist. Danach kühlt es ab, im Glas entsteht ein Unterdruck, der Deckel wird festgesaugt. Entscheidend sind gleichmäßige Hitze, eine bekannte Temperatur und eine definierte Zeit.

Das Wasserbad liefert genau das: Das Wasser umgibt die Gläser gleichmäßig, die Temperatur lässt sich messen und halten. Das ist der Grund, warum Einkochautomaten, Töpfe mit Thermometer und der Backofen mit Wasser in der Fettpfanne die gängigen Methoden sind. Die Grundlagen erklärt Einkochen für Anfänger.

Warum die Mikrowelle nicht geeignet ist

Mikrowellen erhitzen Wasser im Lebensmittel, aber nicht gleichmäßig. Es entstehen heiße und kalte Zonen. Ein Glas kann am Rand kochen, während die Mitte noch lauwarm ist. Ohne Thermometer im Glas wissen Sie nicht, welche Temperatur erreicht wurde.

Hinzu kommen praktische Probleme. Twist-off-Deckel, Klammern und Metallringe sind aus Metall und gehören nicht in die Mikrowelle. Ohne Deckel kann kein Vakuum entstehen. Flüssigkeiten in engen Gläsern können überhitzen und plötzlich herausspritzen, ein Siedeverzug. Gläser mit kleinen Rissen können springen.

  • Ungleichmäßige Erwärmung, kalte Zonen
  • Keine Temperaturkontrolle im Glas
  • Metalldeckel dürfen nicht hinein
  • Gefahr von Siedeverzug und springenden Gläsern

Hinweis:Keine verschlossenen Gläser in die Mikrowelle stellen. Druck kann sich aufbauen und das Glas zum Platzen bringen. Heiße Flüssigkeiten können beim Herausnehmen plötzlich aufkochen.

Wofür die Mikrowelle beim Einmachen taugt

Die Mikrowelle kann einzelne Schritte erleichtern. Kleine Mengen Marmelade oder Fruchtaufstrich lassen sich in einer großen, mikrowellengeeigneten Schüssel kochen. Rühren Sie zwischendurch um und halten Sie die Kochzeit laut Gelierzuckerpackung ein. Danach füllen Sie die heiße Masse in saubere, heiß ausgespülte Gläser und verschließen sie.

Für Marmelade mit ausreichend Zucker und Säure ist das Heißabfüllen ein gängiges Verfahren. Für Kompott, Gemüse, Soßen oder Fleisch reicht es nicht. Diese Lebensmittel brauchen das Einkochen im Wasserbad. Die Mikrowelle kann außerdem helfen, Gläser vorzuwärmen, wenn sie leer und ohne Deckel mit etwas Wasser erhitzt werden.

Sichere Alternativen im Vergleich

Wer keinen Einkochautomaten besitzt, hat dennoch mehrere sichere Möglichkeiten. Die Tabelle gibt einen Überblick.

Die passenden Anleitungen

Für den Einstieg ohne Spezialgerät eignen sich Topf und Backofen. Wie das jeweils funktioniert, steht unter Einkochen im Kochtopf auf dem Herd und Einkochen im Backofen. Wer einen Schnellkochtopf oder Dampfgarer besitzt, findet die Anleitungen unter Einkochen im Schnellkochtopf und Einkochen im Dampfgarer.

Wer regelmäßig einkocht, spart mit einem Einkochautomaten Zeit und Aufmerksamkeit. Geräte mit Thermostat, Timer und Hahn zeigen Einkochautomaten mit Zeitschaltuhr und Auslaufhahn und Einkochautomaten aus Edelstahl.

Warum Tipps aus dem Netz täuschen können

Manche Anleitungen zeigen Gläser, die nach der Mikrowelle scheinbar geschlossen sind. Ein eingezogener Deckel beweist aber nur, dass beim Abkühlen ein Unterdruck entstanden ist. Ob das Füllgut überall heiß genug war, um Keime abzutöten, zeigt er nicht. Gerade bei säurearmen Lebensmitteln kann ein Glas unauffällig aussehen und trotzdem gefährlich sein.

Bleiben Sie deshalb bei bewährten Methoden mit kontrollierter Temperatur und Zeit. Richtwerte finden Sie in der Einkochzeiten-Tabelle oder im Rechner Einkochtabelle.

Schnell und trotzdem sicher einkochen

Wer die Mikrowelle vor allem aus Zeitgründen nutzen möchte, kann den Ablauf an anderer Stelle beschleunigen. Bereiten Sie das Füllgut vor, während das Wasser im Automaten oder Topf aufheizt. Füllen Sie heißes Füllgut in die Gläser und starten Sie mit warmem Wasser im Topf, dann ist die Zieltemperatur schneller erreicht. Kleine Gläser bis 500 ml brauchen kürzere Zeiten als große.

Für sehr kleine Mengen Marmelade ist die Mikrowelle beim Kochen eine echte Abkürzung. Für alles andere ist ein Einkochautomat mit Zeitschaltuhr die bequemste Lösung: Er heizt auf, hält die Temperatur und schaltet selbst ab, während Sie anderes erledigen.

Häufige Fragen

Kann ich Gläser in der Mikrowelle sterilisieren? Leere Gläser ohne Deckel mit etwas Wasser lassen sich erhitzen. Zuverlässiger ist das Auskochen im Topf oder Spülen mit kochendem Wasser.

Geht Marmelade aus der Mikrowelle genauso gut? Für kleine Mengen ja. Die Kochzeit nach Packungsangabe einhalten und gut rühren.

Gibt es spezielle Mikrowellen-Einkochgläser? Es gibt mikrowellengeeignete Gefäße, aber kein anerkanntes Verfahren für haltbares Einkochen in der Mikrowelle.

Was mache ich mit Gläsern, die ich in der Mikrowelle eingekocht habe? Im Kühlschrank lagern und zügig verbrauchen. Bei Zweifeln entsorgen.

Was Sie dafür brauchen