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Ratgeber

Einkochautomat: Thermostat, Temperatur und 120 Grad

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In Produktbeschreibungen liest man von Präzisionsthermostat, Einkochautomatik und Temperaturen bis 100 °C, manchmal auch von 120 Grad. Was steckt dahinter, und was bedeutet das für die Sicherheit beim Einkochen? Diese Seite erklärt, wie der Thermostat im Einkochautomaten arbeitet, wie genau er regelt, warum 100 °C die Obergrenze sind und wofür Druckeinkocher mit höheren Temperaturen gebraucht werden.

So arbeitet ein Einkochautomat

Ein elektrischer Einkochautomat besteht aus einem großen Topf, einer Heizung im oder unter dem Boden und einem Thermostat. Ein Temperaturfühler misst das Wasser. Liegt die Temperatur unter dem eingestellten Wert, heizt das Gerät, ist sie erreicht, schaltet es ab. So pendelt die Temperatur in einem schmalen Bereich um den Zielwert.

Viele Geräte zeigen über eine Kontrollleuchte an, ob gerade geheizt wird. Erlischt sie zum ersten Mal, ist die Zieltemperatur erreicht. Ab diesem Moment zählt die Einkochzeit. Modelle mit Zeitschaltuhr starten die Zeit teils automatisch und schalten danach ab, das nennt sich oft Einkochautomatik.

Wie genau regelt der Thermostat?

Mechanische Thermostate arbeiten mit einem Bimetall oder einem Ausdehnungsfühler. Sie schalten nicht exakt auf das Grad genau, sondern mit einer gewissen Schwankung. Digitale Geräte mit Fühler und Anzeige regeln oft genauer und zeigen die Ist-Temperatur an.

Für das Einkochen von Obst ist eine Schwankung von wenigen Grad kein Problem. Wichtiger ist, dass die Zieltemperatur sicher erreicht und gehalten wird. Wer seinem Gerät nicht traut, prüft die Temperatur mit einem separaten Thermometer im Wasser. Auffällige Abweichungen deuten auf einen Defekt hin, siehe Einkochautomat heizt nicht.

  • Kontrollleuchte aus: Zieltemperatur erreicht, Zeit startet
  • Bei Zweifel: separates Thermometer ins Wasser
  • Regelmäßig nach der Saison kurz prüfen

Warum bei 100 °C Schluss ist

Wasser siedet auf Meereshöhe bei etwa 100 °C. Mehr Energie lässt es verdampfen, aber nicht heißer werden. Ein offener oder nur mit einem Deckel bedeckter Einkochautomat kann deshalb nicht über 100 °C kommen, egal wie stark die Heizung ist. In höheren Lagen siedet Wasser sogar etwas früher.

Diese Grenze ist wichtig für säurearme Lebensmittel. Die Sporen von Clostridium botulinum überstehen 100 °C. Deshalb wird Gemüse und Fleisch in Deutschland traditionell lange und zweimal eingekocht. Mehr dazu unter Gemüse einkochen und Gulasch und Fleisch einkochen.

Was es mit 120 Grad auf sich hat

Höhere Temperaturen sind nur unter Überdruck möglich. Ein Druckeinkocher, auch Pressure Canner genannt, ist ein dicht verschlossener Topf mit Manometer oder Gewichtsventil. Im Inneren steigt der Druck, und der Siedepunkt des Wassers erhöht sich auf etwa 116 bis 121 °C. Bei diesen Temperaturen werden auch hitzeresistente Sporen in angemessener Zeit abgetötet.

In Nordamerika ist das der empfohlene Weg für säurearme Lebensmittel. Ein normaler Einkochautomat mit Thermostat ist kein Druckgerät, auch wenn er bis 100 °C regelt. Den Vergleich beider Geräte zeigt Druckeinkocher oder Einkochautomat?.

Hinweis:Ein Druckeinkocher arbeitet unter Druck. Nur Geräte verwenden, die dafür gebaut sind, und die Herstelleranleitung genau befolgen. Niemals einen normalen Topf oder Einkochautomaten dicht verschließen.

Thermostat und Zeitschaltuhr zusammen

Am bequemsten ist ein Gerät, das Thermostat und Zeitschaltuhr kombiniert. Sie stellen Temperatur und Zeit ein, der Automat heizt auf, hält die Temperatur und schaltet nach Ablauf ab. Gerade bei 120 Minuten für Gemüse oder Fleisch spart das Aufmerksamkeit. Prüfen Sie in der Anleitung, ob die Uhr ab Start oder ab Erreichen der Temperatur zählt.

Geräte mit beiden Funktionen zeigt Einkochautomaten mit Zeitschaltuhr und Auslaufhahn. Edelstahlmodelle finden Sie unter Einkochautomaten aus Edelstahl. Wie Sie einen Automaten Schritt für Schritt bedienen, beschreibt Einkochautomat richtig benutzen.

Weitere Einsatzbereiche des Thermostats

Weil der Thermostat auch niedrige Temperaturen hält, nutzen viele ihren Automaten über das Einkochen hinaus. Glühwein und Punsch werden bei etwa 70 bis 80 °C warmgehalten. Manche Hersteller nennen Sous-vide oder Bierbrauen als Anwendung, dafür ist eine genaue Regelung wichtig.

Für Saft aus dem Dampfentsafter brauchen Sie dagegen eine Dauerkochstufe oder Entsafterschaltung, damit das Wasser durchgehend kocht. Details dazu stehen unter Einkochautomat oder Dampfentsafter?.

Häufige Fragen

Kann ich die Temperatur auch höher als 100 °C einstellen? Manche Regler haben eine Stufe über 100 oder eine Kochstufe. Das Wasser wird trotzdem nicht heißer als 100 °C, es kocht nur stärker.

Muss das Wasser sprudelnd kochen? Beim Einkochen nicht. Die Zieltemperatur zählt, ein leichtes Simmern bei 100 °C genügt.

Wie kalibriere ich den Thermostat? Das ist meist nicht vorgesehen. Prüfen Sie mit einem Thermometer und rechnen Sie Abweichungen bei der Einstellung ein oder wenden Sie sich an den Kundendienst.

Brauche ich für Obst einen Druckeinkocher? Nein. Obst ist sauer genug und wird im Wasserbad bei 75 bis 90 °C sicher eingekocht.

Was Sie dafür brauchen