Vergleich
Einkochautomat oder Kochtopf und Backofen?
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Kurz gesagt
Für ein paar Gläser im Jahr reichen ein großer Kochtopf mit Thermometer oder der Backofen. Ein Einkochautomat lohnt sich, wenn Sie regelmäßig größere Mengen einkochen: Er hält die Temperatur per Thermostat, fasst je nach Modell um die 14 Gläser à 1 Liter und schaltet je nach Modell nach Ablauf der Zeit ab.
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Einkochen geht auch ohne Spezialgerät. Ein Topf aus der Küche oder der Backofen reichen für die ersten Versuche. Diese Seite richtet sich an alle, die überlegen, ob sie sich einen Einkochautomaten anschaffen sollen oder mit vorhandener Ausstattung auskommen. Wir vergleichen die drei Wege bei Temperaturkontrolle, Glasmenge, Aufwand, Platz und Energie. Dazu gibt es Hinweise, für welche Lebensmittel welche Methode üblich ist, und Links zu ausführlichen Anleitungen für Topf und Ofen.
Drei Wege zum Einkochen
Beim Kochtopf stehen die Gläser auf einem Gitter oder einem gefalteten Tuch im Wasserbad. Sie regeln die Temperatur über die Herdplatte und kontrollieren sie mit einem Thermometer. Im Backofen stehen die Gläser in der mit Wasser gefüllten Fettpfanne, der Ofen erhitzt das Wasser, bis im Glas Bläschen aufsteigen. Der Einkochautomat ist ein großer Topf mit eingebauter Heizung und Thermostat, in dem die Gläser auf einem Rost stehen.
Alle drei Methoden folgen demselben Prinzip: Die verschlossenen Gläser werden erhitzt, beim Abkühlen bildet sich ein Vakuum. Der Unterschied liegt darin, wie genau und wie bequem sich die Temperatur halten lässt.
Temperaturkontrolle: der wichtigste Unterschied
Einkochzeiten werden in Rezepten fast immer zusammen mit einer Temperatur angegeben, zum Beispiel 80 °C für Kirschen oder 90 °C für Apfelmus als gängige Richtwerte. Der Automat hält diese Temperatur über den Thermostat selbstständig. Im Kochtopf müssen Sie mit Thermometer und Herdstufe nachregeln. Das klappt, erfordert aber Aufmerksamkeit.
Im Backofen ist die Wassertemperatur am schwersten zu steuern. Die eingestellte Ofentemperatur entspricht nicht der Temperatur im Glas. Viele Anleitungen arbeiten deshalb mit dem Zeitpunkt, an dem im Glas gleichmäßig Bläschen aufsteigen, und rechnen ab dann die Nachwärmzeit. Für Obst ist das verbreitet, für Gemüse und Fleisch weniger geeignet. Richtwerte für den Automaten zeigt die Einkochtabelle.
Vergleich auf einen Blick
Die Tabelle stellt die drei Methoden gegenüber. Die Glasmengen sind typische Werte und hängen von Topf, Ofen und Glasgröße ab.
| Kriterium | Kochtopf | Backofen | Einkochautomat |
|---|---|---|---|
| Temperatur | per Thermometer nachregeln | indirekt, schwer messbar | Thermostat hält Temperatur |
| Gläser pro Durchgang | wenige, je nach Topfhöhe | eine Fettpfanne voll, meist kleine Gläser | um 14 Gläser à 1 l bei rund 27 bis 29 l |
| Aufwand | mittel, regelmäßig prüfen | mittel, Bläschen beobachten | gering |
| Anschaffung | vorhanden | vorhanden | zusätzliches Gerät |
| Platzbedarf | keiner extra | keiner extra | Stauraum für großen Topf |
| Geeignet für | kleine Mengen Obst, Mus | Obst, Kompott | alle Mengen, auch Gemüse nach Rezept |
Wann Topf oder Ofen reichen
Wer im Sommer ein paar Gläser Kirschen, Apfelmus oder Pflaumen einkocht, braucht keinen Automaten. Ein hoher Topf, in dem die Gläser bis mindestens drei Viertel ihrer Höhe im Wasser stehen, ein Gitter und ein Thermometer genügen. Wie das genau geht, steht in Einkochen im Kochtopf.
Der Backofen ist praktisch, wenn mehrere kleine Gläser auf einmal eingekocht werden sollen und der Topf zu niedrig ist. Eine Anleitung mit Richtwerten finden Sie unter Einkochen im Backofen. Auch der Dampfgarer ist eine Option, wenn er ein Einkochprogramm hat.
- Wenige Gläser pro Jahr: Kochtopf mit Thermometer
- Viele kleine Gläser auf einmal: Backofen mit Fettpfanne
- Regelmäßig große Mengen: Einkochautomat
Wann sich ein Einkochautomat lohnt
Ein Automat spielt seine Stärken aus, wenn Sie regelmäßig einkochen, viele Gläser auf einmal verarbeiten oder lange Einkochzeiten haben. Bei 100 °C und 120 Minuten etwa für Gulasch nach Rezept ist es angenehm, wenn das Gerät die Temperatur hält und eine Zeitschaltuhr abschaltet. Ein Auslaufhahn erleichtert das Entleeren und macht den Automaten auch als Glühwein- oder Saftspender nutzbar.
Geräte mit Thermostat, Zeitschaltuhr und Hahn finden Sie im Ratgeber Einkochautomaten mit Zeitschaltuhr, robuste Edelstahlmodelle unter Einkochautomaten aus Edelstahl. Die Bedienung erklärt Einkochautomat richtig benutzen.
Rechnen Sie auch mit dem Platz: Ein Automat mit rund 29 Litern misst oft um die 35 cm im Durchmesser und 40 cm in der Höhe und braucht im Keller oder Schrank einen festen Ort. Wer ihn außerhalb der Saison als Glühweintopf, Entsafter oder Wasserbad für Sous-vide nutzt, macht die Anschaffung leichter zu rechtfertigen.
Hinweis:Keine der drei Methoden erreicht mehr als etwa 100 °C im Glas. Für Bohnen, Erbsen, Fleisch und andere Lebensmittel mit wenig Säure empfehlen Lebensmittelbehörden in den USA das Einkochen unter Druck. Wer solche Lebensmittel einkocht, folgt genau einem erprobten Rezept und den Angaben des Glas- und Geräteherstellers.
Häufige Fragen
Kann ich ohne Thermometer im Topf einkochen? Für Obst arbeiten manche Rezepte mit sanft siedendem Wasser. Genauer und reproduzierbarer ist ein Thermometer, weil viele Richtwerte unter 100 °C liegen.
Springen Gläser im Topf leichter? Wenn sie direkt auf dem heißen Boden stehen oder kalt in heißes Wasser kommen, ja. Ein Gitter oder Tuch am Boden und ähnliche Temperaturen von Glasinhalt und Wasser beugen vor.
Lohnt ein günstiger Automat? Für gelegentliche Nutzung reicht oft ein Modell mit Thermostat. Achten Sie auf einen passenden Einlegerost und einen stabilen Stand.
Verbraucht der Backofen mehr Strom? Er heizt einen großen Raum auf, um wenig Wasser zu erwärmen. Bei kleinen Mengen kann der Topf auf dem Herd sparsamer sein.
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