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Anleitung

3D-Druck-Filament vakuumieren und trocken lagern

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Viele Filamente für den 3D-Druck nehmen Feuchtigkeit aus der Luft auf. Das zeigt sich später beim Drucken durch Knistern, Fäden, Blasen und schwache Schichthaftung. Wer mehrere Spulen auf Vorrat hat, kann sie mit einem Vakuumierer für Lebensmittel luftdicht verpacken. Diese Anleitung erklärt, warum Filament feucht wird, wie Sie Spulen richtig vakuumieren, welche Beutel und Trockenmittel sich eignen und was Vakuumieren nicht leisten kann.

Warum Filament Feuchtigkeit zieht

Viele Kunststoffe sind hygroskopisch, sie lagern Wasser aus der Umgebungsluft ein. Bei manchen Materialien wie Nylon, TPU oder PVA geht das besonders schnell, bei PETG und PLA langsamer. Im Hotend verdampft das eingelagerte Wasser schlagartig. Die Folgen sind Blasen, raue Oberflächen, Fäden und eine schlechtere Festigkeit.

Neue Spulen werden vom Hersteller meist in einem verschweißten Beutel mit Trockenmittel geliefert. Sobald Sie ihn öffnen, beginnt die Aufnahme von Feuchtigkeit. Wer Spulen über Wochen offen neben dem Drucker liegen lässt, merkt das je nach Material und Raumklima früher oder später.

Was Sie brauchen

Für Standardspulen mit einem Kilogramm reicht ein Balkenvakuumierer mit 30 cm Folienbreite. Spulen haben meist einen Durchmesser von rund 20 cm und eine Breite von 6 bis 7 cm. Ein Beutel mit 30 x 40 cm passt in der Regel. Für größere Spulen ab 2 kg brauchen Sie breitere Folie, die nur Geräte mit 40 cm Schweißbalken verarbeiten.

Dazu kommt Trockenmittel, etwa Silicagel in Beuteln, am besten mit Farbindikator, der anzeigt, wann es gesättigt ist. Silicagel lässt sich im Backofen bei niedriger Temperatur regenerieren, beachten Sie die Angaben des Herstellers.

  • Balkenvakuumierer mit Puls- oder Stärkeregelung
  • Strukturbeutel 30 x 40 cm oder Rolle in 30 cm
  • Silicagel-Beutel, möglichst mit Farbindikator
  • Wasserfester Stift zum Beschriften

Filament vakuumieren Schritt für Schritt

Wichtig ist, das Vakuum nicht zu stark zu ziehen. Spulen aus Kunststoff oder Karton können sich unter starkem Druck verformen, und scharfe Kanten der Spule können die Folie durchstechen.

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    Filamentende in das Loch am Spulenrand stecken, damit es sich nicht abwickelt.

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    Spule und ein bis zwei Trockenmittelbeutel in den Vakuumbeutel legen.

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    Scharfe Kanten der Spule bei Bedarf mit einem Stück Küchenpapier abdecken.

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    Beutelrand glatt in die Absaugrinne legen, mindestens fünf Zentimeter Rand lassen.

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    Mit reduzierter Stärke oder Pulsfunktion vakuumieren und stoppen, sobald die Folie anliegt.

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    Verschweißen, Naht prüfen und Material sowie Datum notieren.

Vorher trocknen, wenn das Filament schon feucht ist

Vakuumieren entzieht der Spule kein Wasser. Es verhindert nur, dass weitere Feuchtigkeit hinzukommt. Ein bereits feuchtes Filament bleibt im Beutel feucht. Wer beim Drucken Knistern oder Blasen bemerkt, trocknet die Spule zuerst in einem Filamenttrockner oder nach Herstellerangaben, und vakuumiert sie danach.

Die Trocknungstemperatur hängt vom Material ab und steht meist auf dem Etikett oder auf der Herstellerseite. Halten Sie sich daran, denn zu hohe Temperaturen verformen Spule und Filament.

Hinweis:Trocknen Sie Filament nicht im Backofen, in dem Sie auch Lebensmittel zubereiten, wenn der Hersteller davon abrät, und lassen Sie Trockengeräte nicht unbeaufsichtigt laufen.

Getrennt von Lebensmitteln arbeiten

Der Vakuumierer kommt beim Verpacken von Filament nicht mit Kunststoffstaub in Kontakt, solange der Beutel sauber verschlossen ist. Trotzdem lohnt es sich, nach dem Verpacken von Werkstattmaterial die Absaugrinne kurz auszuwischen, bevor wieder Lebensmittel an der Reihe sind. Wie Sie das Gerät reinigen, steht unter Vakuumierer reinigen und pflegen.

Wer sehr viele Spulen lagert, kann auch auf wiederverwendbare Beutel mit Ventil und eine Handpumpe zurückgreifen. Sie lassen sich öffnen und schließen, ohne jedes Mal neue Folie zu verbrauchen. Den Vergleich der beiden Systeme finden Sie unter Handvakuumierer oder Balkenvakuumierer?.

Das passende Gerät

Für Filament brauchen Sie keinen Profi-Vakuumierer. Wichtiger als hohe Saugleistung ist eine Möglichkeit, das Vakuum zu begrenzen, also eine Pulsfunktion oder einstellbare Stärke. Eine doppelte Schweißnaht hält zuverlässiger, wenn der Beutel über Monate im Regal liegt.

Handliche Geräte mit diesen Funktionen finden Sie im Ratgeber Kompakte Vakuumierer mit starker Pumpe. Modelle mit doppelter Naht zeigt Vakuumierer mit doppelter Schweißnaht. Passende Beutelgrößen erklärt Vakuumierbeutel: Größen und Folienbreiten.

Häufige Fragen

Passt eine 1-kg-Spule in einen 30 cm breiten Beutel? Bei den meisten Standardspulen ja. Messen Sie Durchmesser und Breite Ihrer Spule und rechnen Sie einige Zentimeter Rand für die Naht dazu.

Kann ich Resin vakuumieren? Flüssiges Resin bleibt in seiner Originalflasche. Ausgehärtete Drucke müssen nicht vakuumiert werden. Für Flüssigkeiten sind Vakuumbeutel nicht gedacht.

Wie oft muss ich das Trockenmittel tauschen? Wenn der Farbindikator umschlägt oder spätestens beim Öffnen des Beutels. Regenerieren Sie es nach Herstellerangabe.

Reicht ein Gefrierbeutel mit Zip? Für kurze Zeit ja, dicht ist er aber nicht dauerhaft. Für lange Lagerung ist ein verschweißter Beutel zuverlässiger.

Was Sie dafür brauchen