Zum Inhalt springen

Ratgeber

Vakuumleistung verstehen: bar, mbar und Liter pro Minute

Veröffentlicht am

Hinweis: Diese Seite enthält Werbelinks (Affiliate-Links) zu Amazon. Kaufen Sie über einen solchen Link, erhalten wir eine Provision. Für Sie ändert sich der Preis nicht. Mehr dazu

Im Datenblatt eines Vakuumierers stehen Zahlen in bar, mbar, kPa, l/min oder m³/h, und jeder Hersteller nutzt andere. Diese Seite erklärt, was die Angaben bedeuten, wie Sie sie umrechnen und was sie über ein Gerät aussagen. Sie richtet sich an alle, die vor dem Kauf Balken- und Kammergeräte vergleichen möchten, für den Haushalt wie für den Profi-Einsatz. Dazu erfahren Sie, welche Leistungsmerkmale in teureren Geräten typisch sind.

Luftdruck als Ausgangspunkt

Auf Meereshöhe drückt die Luft mit etwa 1013 mbar, also gut 1 bar. Ein Vakuumierer senkt den Druck im Beutel oder in der Kammer. Ein vollständiges Vakuum mit 0 mbar erreicht kein Haushaltsgerät, es bleibt immer ein Rest Luft.

Es gibt zwei Arten, das zu beschreiben. Der relative Unterdruck gibt an, um wie viel der Druck unter die Umgebung fällt, mit Minuszeichen: -0,8 bar bedeutet, dass etwa 0,8 bar weniger Druck herrscht als außen. Der absolute Restdruck gibt an, wie viel Druck übrig bleibt: 20 mbar bedeutet, dass nur noch rund 2 Prozent des normalen Luftdrucks im Beutel sind.

Umrechnen zwischen bar, mbar und kPa

Um zwei Geräte zu vergleichen, bringen Sie die Angaben auf dieselbe Skala. Als Faustregel gilt: Restdruck in mbar ungefähr gleich 1000 plus relativer Unterdruck in mbar. Aus -0,8 bar, also -800 mbar, werden so rund 200 mbar Restdruck. Aus -0,98 bar werden rund 20 mbar. Manche Hersteller geben kPa an: 1 kPa entspricht 10 mbar, -100 kPa entsprechen -1 bar.

Hinweis:Herstellerangaben sind nicht immer direkt vergleichbar, weil Messort und Messverfahren nicht genormt angegeben werden. Nutzen Sie die Werte als Orientierung, nicht als exakte Messung.

Saugleistung: l/min und m³/h

Die Saugleistung beschreibt, wie viel Luft die Pumpe pro Zeit bewegt. Haushaltsgeräte geben das meist in Litern pro Minute an, gewerbliche Kammergeräte in Kubikmetern pro Stunde. 1 m³/h entspricht etwa 16,7 l/min. Eine hohe Saugleistung verkürzt die Zeit pro Beutel, sagt aber nichts darüber, wie tief das Vakuum wird.

Bei Kammergeräten ist die Saugleistung wichtiger als bei Balkengeräten, weil die ganze Kammer leergepumpt wird. Ein großes Kammervolumen mit schwacher Pumpe braucht lange. Im Ratgeber Kammervakuumierer für Zuhause finden Sie Geräte mit Angaben zu Kammergröße und Pumpe, etwa eine 7-Liter-Kammer mit 72 l/min und bis -1,0 bar laut Hersteller.

Was die Werte in der Küche bedeuten

Für trockene Lebensmittel wie Käse, Wurst oder Fleisch zum Einfrieren reicht ein Balkengerät mit etwa -0,8 bar meist aus. Ein tieferes Vakuum entfernt mehr Restluft und kann den Schutz vor Gefrierbrand und Oxidation verbessern. Bei Sous-vide hilft ein starkes Vakuum, weil eng anliegende Folie die Wärme besser überträgt.

Für Flüssigkeiten ist weniger der Zahlenwert entscheidend als die Bauart: Im Kammergerät bleibt die Suppe im Beutel. Bei sehr niedrigem Druck beginnen Flüssigkeiten allerdings zu sieden, deshalb sollten sie gut gekühlt sein. Mehr zum Prinzip lesen Sie unter Wie funktioniert ein Vakuumiergerät?.

  • Trockene Lebensmittel: Balkengerät mit etwa -0,8 bar meist ausreichend
  • Sous-vide und lange Lagerung: höheres Vakuum hilfreich
  • Flüssigkeiten: Kammergerät, gut gekühlt vakuumieren
  • Große Mengen: Dauerbetrieb und Saugleistung wichtig

Mehr als Vakuum: Dauerbetrieb, Naht, Ausstattung

Geräte für Haushalt und Profi unterscheiden sich oft weniger im Vakuumwert als in der Ausdauer. Viele einfache Balkengeräte brauchen nach einigen Beuteln eine Pause. Stärkere Geräte schaffen laut Hersteller viele Vorgänge am Stück, haben eine Doppelnaht, eine breitere Schweißnaht oder eine Kühlung. Kammergeräte für die Gastronomie haben oft Ölpumpen, große Kammern und teils zwei Schweißbalken.

Wer Geräte vergleicht, sollte deshalb neben bar und l/min auch Nahtlänge, Nahtbreite, Dauerbetrieb und Ersatzteile ansehen. Einen Überblick bieten die Ratgeber Die besten Balkenvakuumierer und Kammervakuumierer für Profis.

Balkenvakuumierer vergleichen →

Datenblatt richtig lesen

Achten Sie beim Lesen auf die Einheit und das Vorzeichen. Ein Minuszeichen deutet auf relativen Unterdruck hin, eine positive mbar-Angabe meist auf den Restdruck. Fehlt beides, ist die Angabe für einen Vergleich kaum brauchbar. Auch Angaben wie Watt sagen wenig über das Vakuum, sie beziehen sich oft auf die Gesamtleistung inklusive Schweißbalken.

Wie die Naht aufgebaut ist und warum sie für die Haltbarkeit genauso wichtig ist wie das Vakuum, erklärt Schweißnaht hält nicht. Den Unterschied der Bauarten fasst Kammervakuumierer oder Balkenvakuumierer zusammen.

Häufige Fragen

Ist -0,8 bar gut? Für Balkengeräte im Haushalt ist das ein üblicher Wert und für viele Anwendungen ausreichend.

Was ist besser: hohe l/min oder hohes Vakuum? Das sind zwei verschiedene Dinge. l/min bestimmt das Tempo, bar oder mbar die Tiefe des Vakuums. Für die Lagerung zählt vor allem die Tiefe.

Warum erreichen Kammergeräte niedrigere Werte? Weil die ganze Kammer abgepumpt wird und der Beutel nicht über Rillen entlüftet werden muss. Dazu kommen oft stärkere Pumpen.

Wie viel kostet ein guter Vakuumierer? Das hängt von Bauart und Ausstattung ab. Kammergeräte sind meist teurer als Balkengeräte. Aktuelle Preise sehen Sie bei den Modellen in unseren Ratgebern.

Was Sie dafür brauchen