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Ratgeber

Welche Gläser zum Einkochen? Rundrand, Twist-off, Bügel

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Im Keller stehen alte Marmeladengläser, im Laden gibt es Rundrandgläser in vielen Größen, und das Bügelglas von den Großeltern sieht auch noch gut aus. Welches Glas taugt zum Einkochen? Diese Seite stellt die drei verbreiteten Glastypen vor, erklärt, wie sie schließen, welche Größen für welche Lebensmittel passen und welche Teile Sie mehrfach verwenden können. Sie richtet sich an Einsteiger und an alle, die ihren Glasvorrat sortieren möchten.

Drei Glastypen im Überblick

Alle Einkochgläser funktionieren nach demselben Prinzip: Beim Erhitzen entweicht Luft aus dem Glas, beim Abkühlen entsteht Unterdruck, der den Deckel festsaugt. Unterschiedlich ist, wie der Deckel während des Einkochens gehalten wird und wie die Dichtung aussieht.

Rundrandgläser mit Gummiring und Klammern

Rundrandgläser sind die bekannteste Form, oft auch nach einer Marke Weckgläser genannt. Auf den flachen Glasrand kommt ein Gummiring, darauf ein Glasdeckel. Zwei Klammern halten den Deckel während des Einkochens und Abkühlens. Danach werden die Klammern abgenommen, der Unterdruck hält den Deckel.

Der große Vorteil: Sie sehen sofort, ob ein Glas dicht ist. Die Lasche des Gummirings zeigt bei dichtem Glas nach unten, und beim vorsichtigen Anheben am Deckel bleibt dieser fest. Gläser, Deckel und Klammern halten viele Jahre. Die Gummiringe werden mit der Zeit hart und sollten dann ersetzt werden. Achten Sie darauf, dass Ringe und Deckel zum Randdurchmesser passen, es gibt mehrere Größen.

Twist-off-Gläser mit Schraubdeckel

Twist-off-Gläser kennen Sie von Marmelade und Gurken. Der Metalldeckel hat innen eine Dichtmasse und wird mit einer kurzen Drehung verschlossen. Beim Einkochen entweicht Luft unter dem Deckel, beim Abkühlen zieht sich der Deckel nach innen. Ein dichtes Glas erkennen Sie am eingewölbten Deckel, der beim Drücken nicht knackt.

Twist-off-Gläser sind günstig und weit verbreitet, auch alte Gläser aus dem Supermarkt lassen sich nutzen, wenn Glas und Deckel einwandfrei sind. Die Dichtmasse nutzt sich mit jedem Verschließen ab. Viele Hersteller empfehlen deshalb, Deckel nur begrenzt wiederzuverwenden und beschädigte oder verbogene Deckel zu ersetzen. Für das Einkochen im Wasserbad verschließen Sie die Deckel fest, aber ohne Gewalt.

Bügelgläser

Bügelgläser haben einen Glasdeckel, der über einen Drahtbügel am Glas befestigt ist und mit einem Gummiring abdichtet. Sie sind vor allem für trockene Vorräte beliebt, eignen sich aber auch zum Einkochen, wenn Ring und Bügel in gutem Zustand sind. Der Bügel muss so straff spannen, dass Luft beim Erhitzen entweichen kann und der Deckel beim Abkühlen fest sitzt.

Ein Nachteil: Ob das Glas dicht ist, sehen Sie weniger deutlich als beim Rundrandglas, weil der Bügel den Deckel ohnehin festhält. Ziehen Sie dazu nach dem Abkühlen vorsichtig an der Lasche des Gummirings. Lässt sich der Deckel dann leicht öffnen, war das Glas nicht dicht.

Größen in ml und welche wofür

Einkochgläser gibt es von kleinen Portionsgläsern bis zu großen Vorratsgläsern. Die Einkochtabellen der Hersteller beziehen sich meist auf Gläser bis 1 Liter. Für dichte Füllungen wie Mus, Fleisch oder Eintopf sind kleinere Gläser sinnvoll, weil die Hitze schneller bis zur Mitte gelangt. Achten Sie darauf, dass die Gläser in Ihren Einkochautomaten passen, auch in der Höhe unter dem Deckel.

Passende Einkochautomaten finden →

Was sich mehrfach verwenden lässt

Glas ist langlebig, solange der Rand unbeschädigt ist. Prüfen Sie jedes Glas vor dem Einkochen mit dem Finger auf Kerben. Glasdeckel, Klammern und Bügel halten ebenfalls lange. Verschleißteile sind Gummiringe und Twist-off-Deckel. Waschen Sie alle Teile heiß und lagern Sie Gummiringe trocken, dunkel und ohne Druck.

Wenn ein Glas nach dem Einkochen nicht dicht ist, liegt es oft an genau diesen Teilen. Mehr dazu im Beitrag Einkochglas geht wieder auf. Wie das Einkochen insgesamt abläuft, beschreibt Einkochen für Anfänger. Wer Gläser auch vakuumieren möchte, etwa für Trockenvorräte, findet Geräte mit Behälteranschluss im Ratgeber Vakuumierer für Gläser.

Hinweis:Für das Einkochen nur Gläser und Deckel verwenden, die dafür vorgesehen sind und einwandfrei aussehen. Die Angaben des Glasherstellers zu Füllhöhe, Temperatur und Wiederverwendung haben Vorrang.

Häufige Fragen

Kann ich alte Marmeladengläser zum Einkochen nehmen? Ja, wenn Glas und Deckel einwandfrei sind. Twist-off-Deckel mit beschädigter Dichtmasse ersetzen Sie.

Wie oft kann ich Gummiringe benutzen? So lange sie weich, sauber und unbeschädigt sind. Harte, rissige oder ausgeleierte Ringe ersetzen Sie.

Welche Gläser sind die besten zum Einkochen? Es kommt auf die Nutzung an. Rundrandgläser zeigen die Dichtigkeit am deutlichsten, Twist-off-Gläser sind schnell verschlossen.

Dürfen Einkochgläser in den Backofen? Nur wenn der Hersteller das vorsieht. Vermeiden Sie Temperaturschocks, etwa kalte Gläser in heißes Wasser.

Was Sie dafür brauchen